Die Heiland – wir sind Anwalt“ Folge 5: Tiefer Fall

Tennis ist eine spannende Sportart, die auch Blinde betreiben können. Leider ist davon in dieser Folge nichts zu sehen. Stattdessen erfahren wir wie Blinde träumen. Und endlich auch mehr über die Beziehung zwischen Romy und Ben.

Und hier kommen schon die Direktlinks zur Folge

Das wird verhandelt

Rivalität auf dem Tennisplatz. Hat die junge Tennisspielerin Lena Bauer ihre schärfste Konkurrentin tatsächlich in der U-Bahn die Treppe runtergeschubst?

Das lernen wir über Blinde

Ein wenig (zu wenig) über Blindensport. Blinde können mit sehender Begleitung gut joggen, wobei sie mit dem Sehenden durch ein Seil oder einen Gurt verbunden sind.

Wir erfahren auch, dass die komischen Rillen am Bahnsteig und vor Ampeln blinden Menschen helfen, sich zu orientieren. Also liebe Sehenden: Nicht immer genau auf dem Leitstreifen in der Gegend rumstehen, gelle?

Ach und natürlich hören Blinde beim Abendessen auch gerne mal ein gutes Hörbuch.

Typisch Sehende!

Ada: Ich war in Sport immer ’ne Gurke. Wurde immer zuletzt und nur aus Mitleid in die Mannschaft gewählt.
Romy: Mich wollte auch nie jemand in der Mannschaft haben.
Ada: Na, bei ihnen is‘ ja klar.

Also mir fallen auf Anhieb sehr viele blinde Sportskanonen ein, die man als Sehender nicht unbedingt in der gegnerischen Mannschaft haben möchte.

Das kam mir bekannt vor

Ada: Wie träumt man eigentlich, wenn man blind ist?

Nach „warum bist du blind“ die zweithäufigste mir gestellte Frage. Die Antwort ist gar nicht so einfach, weil man wenn man träumt nicht darauf achtet, wie man träumt. Aber Romys Erklärung dazu kommt ziemlich direkt auch an meine Art zu träumen ran.

Romy: Na, so wie ich die Sachen halt erlebe.
Ada: Dann sind ihre Träume ein Hörspiel?
Romy: Ja, und unscharfer Film Noir. Also auch ein Bißchen hell-dunkel.

Stärkste Szene

„Ist es eigentlich schwer, Anwältin zu werden wenn man blind ist? Diese längst überreife Frage beantwortet Romy sehr anschaulich und – endlich mal – persönlich. Eingerahmt wird die Szene vom Klang der zerreißenden Bespannung eines Tennisschlägers. Ein Geräusch, das nicht nur Romy völlig neu ist. Danke für die hübsche Klangperle.

Das ist mir aufgestoßen

Ein Tennistrainer zum anderen, als er ihn mit Romy sprechen sieht: „Neue Schülerin? Das wird aber ’ne Herausforderung.“
Und Romy fällt dazu nichts anderes ein als: „Ich bin blind, aber nicht taub!“
Warum, bei allen Schutzheiligen von Netz und Schläger, kommt an dieser Stelle nicht mal der kleinste Verweis auf Blindentennis? Und ja, den Verantwortlichen war sehr wohl bekannt, dass es diese Blindensportart gibt. Nicht sexy genug fürs Fernsehen? Oder so verwirrend, dass man es in ein Making-Of abschieben muss?

Gedanken nach dem Abspann

Ich wusste nach etwa 5 Minuten wer höchstwahrscheinlich der Täter / die Täterin war. Bisheriger Rekord in Offensichtlichkeit. Endlich mal ein etwas tieferer Einblick in die Hauptfiguren – Romys Beziehung zu Ben bekommt mehr Konturen, auch Romys Weg zur eigenen Kanzlei und ihr Wunsch nach Selbständigkeit werden beleuchtet. Sowas hätte die Serie schon so viel früher gebraucht – nicht erst in der vorletzten Folge. Na und nächste Woche dann der Abschluss – zumindest vorerst.

5 Gedanken zu „Die Heiland – wir sind Anwalt“ Folge 5: Tiefer Fall“

  1. Melanie, das mit der Treppe ist mir auch aufgefallen. Aber andererseits ist es ja so, dass manche Sehende, auch die, die so einigermaßen wissen, was Du brauchst, manchmal so Reflexhaft Treppen oder Stufen ansagen, das würde ich hier unter Hilfereflex verbuchen, Ada muss es ja auch im Film nicht perfekt machen. Außerdem, vielleicht läuft ja Romy noch bei ihr am Arm, dann wär’s halt korrekt, die Treppe anzusagen, wenn Romy die Hilfe nicht mehr braucht, könnte sie ja loslassen. Irgendwie ist mir so, als ob die beiden da noch zusammen laufen, müsste ich nochmal nachhören, ist mir aber glaub ich nicht wichtig genug. 🙂 Mich persönlich stört eigentlich immer eher, wenn die Assistenzseltsamkeiten von Romy ausgehen.
    Vielleicht würden sich auch einige Rätsel klären, wenn man das Buch von Pamela Pabst liest. Sollte da drinstehen, dass sie zur Entspannung alte Hörspiele aus ihrer Kindheit hört, die’s nur auf Kassette gibt… Könnt ja sein, aber ich find die Kassettenfrage auch gut.

  2. Achso, weiß jemand, ob sie wirklich ’ne Kassette hört, abends, beim Essen glaub‘ ich? Und wenn ja, woran ma das sieht? Etwas altmodisch, oder?

  3. Ich find‘ ja seltsam, dass Ada der Romy in ihrem eigenen Haus sagt, dass eine Treppe kommt. Und irgendwie glaub‘ ich auch, dass Sehende den Eindruck bekommen könnten, dass man immer Hilfe von Eltern oder Freund im Alltag braucht, weil Ben ja wieder so fragt, ob sie was braucht, solange ihre Eltern weg sind.Z

  4. Super der Hinweis auf Blindentennis. Ich weiß zwar, dass es das gibt, aber offensichtlich ist es mir noch nicht gegenwärtig genug, denn ich habe vor der Lektüre Deines Artikels nicht dran gedacht. Vielleicht schien es den Machern noch zu klein, wenn nicht mal manchen Betroffenen das auffällt. Was mir aber doch als seltsam auffiel, als Romy und Ada sich die Imbissbude angucken, muss Ada den Besitzer anrufen. Falls der zurückgerufen hätte, wäre der also bei Ada gelandet, nicht bei Romy, der Anwältin, die ja eigentlich was von ihm will. Die Arbeitsteilung zwischen den beiden ist manchmal seltsam. Und das Romy immer so ein Getue um ihren Stock macht, den versteckt, das schmeckt mir auch nicht.

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