Feier-abend! büro und Bekloppte – Eine wunderbare Art, den Abend zu verbringen

Andrea Volk, Comedy der besonderen Art. Für alle Kabarett und Comedy Freunde ein unbedingtes Muss und auch für diejenigen, die mit Comedy eigentlich nicht so viel am Hut haben, wärmstens zu empfehlen. Es erwartet Euch ein tolles Programm und eine sehr sympatische und Charismatische Frau.

Vergangene Woche war ich seit langer Zeit mal wieder im Kabarett. Es war eine sehr spontane Entscheidung, das Ticket dafür habe ich erst wenige Stunden vor Veranstaltungsbeginn gekauft. Aber es war toll dabei gewesen zu sein, es war ein großartiger Abend.

Was gabs zu sehen

Letzten Donnerstag machte ich mich auf den Weg ins
Sprechwerk
Das ist ein kleines, sehr besonderes Theater in Hamburg. Es existiert seit 2003 und wird von Konstanze Ullmer mit viel Liebe und Knowhow geleitet.

Auf dem Spielplan stand die Kabarettistin und Buchautorin
Andrea Volk
aus dem Ruhrgebiet, mit ihrem aktuellen Programm: Feier-Abend! Büro und Bekloppte

Wovon handelt es

Was kann man tun gegen den Flächennutzungsplan am Kühlschrank? Kann man Meetings einfach aussitzen? Wie praktiziert man den Digitalen Wandel, wenn das ‚Kompetenzteam‘ aus mehr Nullen als Einsen besteht? Zwischen Scrum-Teams und Schnarch-Attacken übt Kabarettistin Volk lean und agil das Überleben im Büro 4.0.
Sie lässt den Krieg am Kopierer eskalieren, übt mit Bio-Susanne Achtsamkeitstrainings in der Teeküche und verwandelt sich im Kampf gegen Bürokraten-Terror in Erich Honecker.
WARUM gibt es mehr Häuptlinge als Indianer, mehr Meetings als Zeit zum Denken, mehr Software als Lösungen? WARUM muss man am Telefon so oft sagen: „Kann ich Ihnen helfen?“, wenn man doch in 90% der Fälle weiß, da ist nichts mehr zu machen? WER erfindet Begriffe wie ‚Information der Abteilung Honorare und Lizenzen über die Kostenschlüssel für die Reisekosten-Abrechnung‘? Und WIE kann man den aufhalten?
Urkomisch, bitterernst und mit Mittagspause in der Tagespolitik: ‚Feier-Abend! Büro und Bekloppte‘.
Programm

Zu viel versprochen?

Keineswegs! Es ist ein wunderbares Programm, direkt aus dem Leben gegriffen. Erzählt, gespielt, gelebt, fast wie ein kleines Theaterstück, dargeboten von einer einzelnen Person, die einem das Gefühl vermittelt, als säße man nicht im Theater, sondern bei einem leckeren Getränk zusammen im heimischen Wohnzimmer oder beim Feierabendbier in der geliebten Eckkneipe und plaudert über den Büroalltag.
Sie spricht mit dem Publikum, als säßen langjährige Freunde beieinander. Man darf mitreden und natürlich unbedingt mitlachen.
Dennoch hängen wir nicht den ganzen Abend nur im Büro fest. Zwischendrin fließen auch immer wieder Anekdoten aus früheren Programmen mit ein. So erfahren wir beispielsweise was über die Methoden beim Teleshopping und über Urlaubsfreuden.
Ein Programm, einfach den Menschen aufs Maul geschaut und gehört.

Kleines Beispiel

Ein kleiner Kurzurlaub

Für mich war dieser lustige und entspannende Abend wie ein kleiner Kurzurlaub, vor allem konnte ich mich endlichmal wieder so richtig ausschütten vor lachen. Im Alltag wird ohnehin viel zu wenig gelacht.
Andrea Volk sorgte mit ihrer warmen, persönlichen Art dafür, dass man sich sofort wohl gefühlt hat. Aber nicht nur sie, auch die gesamte Sprechwerk Crew war einfach nur wunderbar.
Es war ein Abend voller Freude und Spaß, gemeinsam mit Freunden, die man gerade erst neu kennengelernt hat.

Der Lernerfolg

Ich habe sogar was gelernt aus Andreas Programm: Eine Szene hat mich gleich am darauffolgenden Morgen eingeholt und ich habe das Gelernte perfekt umgesetzt, wie ich finde.
Im Büroalltag ihres Programmes gibt es eine Kollegin, mit der sie sich gar nicht versteht, Drachen-Doris. Zwischen beiden gibt es ständig reibereien und kleine Machtspielchen. Irgendwann bekommen sie dann von oben gemeinsame Gespräche verordnet, auch mit einem Psychologen, der dann anstatt zu gegenseitigen Vorwürfen, zu mehr Ich-Botschaften rät.
Also übt sich die Protagonistin in Ich-Botschaften. Ohne Drachendoris Vorwürfe zu machen, formuliert sie einen persönlichen Wunsch:
„Ich wünsche mir, dass – … – Du stirbst!“.

Wer kennt ihn nicht, den Ratschlag mit den Ich-Botschaften, der Schlüssel zur perfekten Kommunikation. Keine Vorhaltungen an den anderen, nein, bei sich selbst anfangen und eigene Wünsche formulieren.
Als ich am Morgen nach dem Kabarett das Haus verließ, um zur Arbeit zu gehen, begegnete mir ein, mitten auf dem Gehweg abgestelltes Auto. Ich kannte das schon, das steht dort öfter mal, mal läßt es mehr, mal weniger Platz zum vorbeigehen.
Diesmal war kaum noch platz und ich musste mich zwischen dem Auto auf der einen und einem an einem Geländer aufgehängten Fahrrad auf der anderen Seite durchquetschen. Da man mit dem Blindenstock eher Dinge mitbekommt, die am Boden und nicht in der Luft sind, bekam ich das Rad erst mit, als ich dagegenkrachte.
Zumindest hatte ich gleichzeitig ein gutes Werk getan und sowohl das Auto als auch das Fahrrad mit meiner Jacke schön sauber geputzt. Zum Dank bekam ich von rechts den Auto-Rückspiegel in die Rippen, auf der anderen Seite den Fahrradlenker ins Gesicht.
Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich nicht gerade begeistert war. Und wie ich nunmal so bin, fluchte ich ziemlich ungehalten laut vor mich hin: „Mann, stell doch Deine sch… Karre das nächste Mal gleich quer auf den Gehweg!“
Kaum ausgesprochen, hielt ich plötzlich inne: Moment mal, wie war das noch gestern in Andreas Programm? Richtig, die Ich-Botschaften. Ja, was half mir das Fluchen? Nichts. Ich musste eine klare Ich-Botschaft, einen Wunsch aussprechen. Also dachte ich nach, was genau wünschte ich mir?
Und dann hatte ich es. Sehr bestimmt und ausgesucht freundlich sprach ich laut in die Gegend, ohne zu wissen, ob und wer mich hören konnte:
„Ich wünsche mir, dass – … – Dein Auto explodiert!“
Natürlich tat es das nicht, war auch besser so, denn ich stand ja noch in unmittelbarer Nähe, aber ich fühlte mich großartig!
Danke, Andrea!

Kommende Termine

Vielleicht möchtet Ihr jetzt auch mal einen solchen Abend und vor allem Andrea Volk live erleben, dann findet Ihr hier die nächsten
Termine

Fazit

Im Sprechwerk war ich sicher nicht zum letzten Mal, die Räumlichkeiten, die Atmosphäre und die Menschen, die es dort so besonders machen, das alles wird mich dort wieder hinziehen.
Aber auch Andrea Volk habe ich mir nicht zum letzten Mal angehört, ihre Themen, ihr Humor und allem voran ihre natürliche Art, machen mir so viel Freude, dass ich mehr davon will.

2 Gedanken zu „Feier-abend! büro und Bekloppte – Eine wunderbare Art, den Abend zu verbringen“

  1. Liebe Katja,
    wunderbar!!! Das hätte niemand treffender beschreiben und skizzieren können!
    Es war eine Freude, die wunderbare Andrea Volk auf der Bühne zu erleben und Dich an diesem Abend kennenzulernen!
    Herzliche Grüße, Silke

    1. Liebe Silke

      danke für Dein liebes Lob. Es war wirklich ein toller Abend, er hängt mir noch regelrecht nach, sehr positiv natürlich.
      Auch ich habe mich gefreut, Dich kennengelernt zu haben. Vielleicht treffen wir uns ja bald mal wieder.
      Danke!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.