„Die Heiland“ – Serie über blinde Anwältin – Hörfutter bloggt mit

In der TV-Serie „die Heiland – wir sind Anwalt“ spielt eine blinde Strafverteidigerin die Hauptrolle. Am Dienstag ab 20:15 Uhr läuft die erste Folge. Bei uns gibts wöchentlich den Direktlink auf die aktuelle Folge, natürlich auch mit Hörfilm. Außerdem begleitet Hörfutter die Serie aus Sicht eines blinden Zuschauers. Zur Einstimmung gibts Interviews mit der Hauptdarstellerin und dem realen Vorbild hinter der Figur.

Romy Heiland ist Strafverteidigerin in Berlin. Sie vertritt den Professor aus Charlottenburg genauso wie den Kleinganoven aus Kreuzberg. Romy macht da keinen Unterschied und lässt sich auch nicht vom äußeren Schein täuschen. Kann sie gar nicht, denn Romy Heiland ist blind.

Eine blinde Anwältin? Muss man nicht ernstnehmen! Wenn ihr so denkt, geht es euch wie den meisten von Romys Gegnern, die sie regelmäßig nicht für voll nehmen. Dass man die junge Anwältin nicht unterschätzen sollte zeigt sich dann spätestens im Gerichtssaal.

Romy hat ein phänomenales Gedächtnis und hört an der Stimme, ob jemand lügt. Ach ja, und dann ist da noch Romys Assistentin Ada Holländer. Ada ist rotzfrech und gilt beim Arbeitsamt eigentlich als hoffnungsloser Fall. Für Ada ist der Job bei der blinden Anwältin die letzte Chance. Und schon bald kann Romy nicht mehr auf Adas Augen verzichten …

„Die Heiland – wir sind Anwalt“ ist eine neue Fernsehserie, die am Dienstag, 04.09., im Ersten startet. Immer ab 20:15 Uhr bekommt es die blinde Strafverteidigerin mit einem neuen Fall zu tun. Die erste Staffel wird 6 Folgen umfassen.

Reales Vorbild Pamela Pabst

Im Vergleich zu vielen anderen Gerichtsdramen basiert „die Heiland“ auf einem realen Vorbild. Den blinden Lesern ist wahrscheinlich schon lange klar, wer die Hauptfigur inspieriert hat – das Wortspiel mit Heiland ist ja mehr als offensichtlich: Die Serie basiert locker auf der Lebensgeschichte von Pamela Pabst, Deutschlands erster blinder Strafverteidigerin.

Oder sagen wir besser, die Serie lehnt sich an Pamela Pabsts Biografie an. Zwar hat Pamela 2014 unter dem Titel „Ich sehe das, was ihr nicht seht ihre Lebensgeschichte veröffentlicht. „Die Heiland“ ist aber keine direkte Verfilmung des Buches. Es wird kräftig aus dieser Quelle geschöpft, die Geschichte bleibt aber fiktional – ebenso wie die Fälle, die zwar an tatsächliche Geschehnisse angelehnt sind, aber natürlich stark verändert werden mussten.

Lisa Martinek im Video, Pamela Pabst im HR1-Talk

In der Serie wird Romy Heiland von Lisa Martinek gespielt. Die Schauspielerin machte extra eine Art Praktikum bei Pamela, um sich in den Alltag einer blinden Anwältin besser hineinversetzen zu können. Hier könnt ihr euch ein Interview mit Lisa Martinek anschauen.

Wer das reale Vorbild hinter Heiland / Martinek kennenlernen will, dem empfehle ich diesen HR1-Talk mit Pamela Pabst. HR1-Moderator Uwe Berndt hat der „echten Heiland“ eine Menge spannender Fragen gestellt und verblüfft sie dann noch mit einem originellen Überraschungsgast.

Heiland auf Hörfutter

Im letzten Jahr gab es schon einen Sat1-Krimi mit blinder Hauptdarstellerin. Jetzt kommt eine ganze Serie mit blinder Hauptfigur. Die sechs Folgen laufen zur besten Sendezeit und bedienen als Gerichtsdrama auch noch eines der beliebtesten Genres. Im Vorfeld wurde das Projekt schon mit legendären Serien wie „Liebling Kreuzberg“ verglichen – große Erwartungen, aber gleichzeitig auch eine ganz schöne Fallhöhe, schon beim sehenden Publikum.

Die blinden Zuschauer dürften noch kritischer sein. Ich habe schon mit Leuten gesprochen, die „die Heiland“ in den Himmel heben, noch bevor die erste Folge überhaupt lief. Andere lassen schon jetzt kein gutes Haar an der Serie.

Wie auch immer, auf eines kann man sich einigen: Die Serie wird eines der größten Medienereignisse rund um das Thema Blindheit seit langem. Und da ist Hörfutter.com natürlich von Anfang an dabei.

In unserer Rubrik „Bilderflut“ erfahrt ihr jede Woche, worum es in der aktuellen Folge geht und was euch erwartet. Natürlich könnt ihr euch die jeweilige Folge dann direkt von unserem Blog aus anschauen – jeweils mit und ohne Audiodeskription, damit sich jeder sein eigenes Urteil bilden kann. Und wen es interessiert, was mir als blindem Blogger und Serienfan dazu so durch den Kopf geht, kann gleich noch meine Kurzkritik zu jeder Folge lesen.

Was bringt uns „die Heiland?“ Ein Feuerwerk von Klischees oder endlich die erste realistische blinde Hauptfigur mit eigenerTV-Serie? Was lernen Sehende übers Blindsein und wo erkenne ich mich als blinder Zuschauer selbst wieder? Man darf gespannt sein.

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