Hüpfemännchen und ein Schwein mit der Post: Die Radio-HörLights fürs Wochenende vom 11.08. bis 13.08. 2017

An diesem Radiowochenende freuen sich die Erwachsenen über Kinderüberraschung. Und die Kleinen staunen über ein Schwein, das per Post geliefert wird. Mein persönlicher Tipp: Eine ganz reale Gespensterjagd im Nachkriegsdeutschland.

Freitag, 11. August

„Asche zu Asche“ von Edward Crowley (Hörspiel / Krimi)

Worum gehts?: Thelma und ihr Cousin Paul lernen sich erst bei der Testamentseröffnung ihres verstorbenen Onkels kennen. Doch die Erbschaft ist enttäuschend: Das meiste Geld geht an ein Tierheim, Thelma und Paul erben gemeinsam eine Detektei. Dort sitzen sie jetzt und warten auf ihren ersten Fall. Ihr Klient Felix möchte den schnellen Tod seiner geliebten Freundin Evelyn als Mord verbuchen und den Ehemann Nigel als Mörder stellen. Doch zum Beweis fehlt vor allem die Leiche. Denn deren Asche wurde übers Meer in alle Richtungen verstreut …

Warum hören?: Zwei Detektive wider Willen und ein Mord ohne Leiche – diese Asche macht mich neugierig.

Wann und wo läufts?: Ab 19:00 Uhr auf WDR3 hier direkt hören

„Als die Hüpfemännchen kamen – Gespensterjagd in Mitteldeutschland“ von Rainer Hohberg (Feature)

Worum gehts?: Mitteldeutschland um 1950: In der Dämmerung erscheinen finstere Gestalten, die sich in riesigen Sprüngen fortbewegen. Sie werden Hüpfemännchen oder Springteufel genannt und verbreiten Angst und Schrecken. Bis heute wird darüber erzählt. Als Rainer Hohberg dies unlängst in der thüringischen Presse als moderne Sage interpretierte, erntete er harschen Widerspruch. Zahlreiche ältere Menschen teilten mit, die beängstigenden Geschehnisse tatsächlich erlebt zu haben. Der Autor hat sich auf die Suche nach Augenzeugen begeben. Wer oder was steckte hinter dem Phänomen? Die Russen oder einstige SS-Leute auf Russenjagd? Waren Geheimdienste im Spiel? Wurden einige der Gespenster in der DDR tatsächlich zu Zuchthausstrafen verurteilt? Oder war alles ganz anders? Die Spur führt nach Prag, nach Moskau und London.

Warum hören?: Geister die durchs Nachkriegsdeutschland hüpfen – was es nicht alles gibt.

Wann und wo läufts?: Ab 20:10 Uhr auf Deutschlandfunk hier direkt hören

Samstag, 12.08.

„Marlov – Blue“ von David Zane Mairowitz (Hörspiel / Krimi)

Worum gehts?: Marlov, selbsternannter Detektiv in Moskau, soll den Tod von Sergej Smirnov aufklären, der angeblich nach langer unheilbarer Krankheit verstorben ist.
Die Spuren führen ins Moskauer Homosexuellen-Milieu, ins geheime Reich der „Blue“, über die in der Sowjetunion nicht einmal gesprochen werden darf, da solche „westlichen, kriminellen Aktivitäten“ dort offiziell nicht existieren …

Warum hören?: Privatdetektive und Homosexuelle – beides gab es offiziell im Kommunismus nicht.

Wann und wo läufts?: Ab 00:00 auf Deutschlandfunk hier direkt hören

„Kinderüberraschung“ von Renate Maurer (Feature)

Worum gehts?: „Zwei Frauen suchen einen Samenspender, aber keinen Vater!“ Maik, Mitte Zwanzig und Student in Berlin, beschließt, dem lesbischen Paar zu ‚helfen‘. Sein Motiv: Gerechtigkeit. Geld will er dafür keines. Alleinstehenden Frauen und lesbischen Paaren ist der Weg zur Samenbank Mitte der 2000er Jahre zwar nicht verboten, aber den Ärzt/innen wird empfohlen, die Insemination nur bei verheirateten Frauen oder Frauen mit einem festen männlichen Partner vorzunehmen. Jetzt ist Maik Mitte Dreißig, studiert immer noch und hat mittlerweile sieben Kinder mit sechs Frauen gezeugt. Mit den Müttern läuft alles gut, er hat Fotos von allen Kindern und trifft sie ab und zu. Als Vater bleibt er, wie vereinbart, auf Außenposten.

Warum hören?: „Ein Feature, das voller Überraschungen
und unerwarteter Wendungen steckt – so wie Maiks Leben auch.“

Wann und wo läufts?: Ab 18:00 Uhr auf Deutschlandfunk Kultur hier direkt hören

„Rolltreppen ins Nichts“ von Hans Delbruck (Hörspiel / Krimi)

Worum gehts?: Mysteriöse Vorgänge auf einer Großbaustelle: Hier entsteht eine Cultural Event Mall, Deutschlands Antwort auf das Centre Pompidou de Paris. Doch gearbeitet wird schon seit einiger Zeit nicht mehr. Bauleiter Schmidt ist verschwunden und mit ihm wichtige Unterlagen. Lokalreporter Grimm und Volontärin Maja brechen nachts in den künftigen Kulturtempel ein und laufen über gigantische Rolltreppen ins Nichts.  

Warum hören?: Am Ende der Rolltreppen wartet hoffentlich ein spannender Krimi mit Zeitbezug.

Wann und wo läufts?: Ab 21:00 Uhr auf NDR Info hier direkt hören

Sonntag, 13. August

„das Schwein kam mit der Post“ von Jörg Juretzka (Hörspiel / Kinder)

Worum gehts?: Zwei Wochen Ferien! Das heißt für Leo: Grundsätzlich bis mittags pennen, ungesundes Zeug essen, mindestens drei Stunden täglich vor der Glotze. Aber eine Kiste macht Leo einen Strich durch die Rechnung. Sie steht im Flur und ist so groß wie eine Waschmaschine. Aus der Kiste riecht es. Wie bei einem Ausflug aufs Land, wenn man die Autoscheiben nicht schnell genug hochdreht. Und dann hört
Leo ein schweinisches Grunzen. Das tibetanische Kleinschwein Agathe ist eine Leihgabe von Lieblingsonkel Ernst, der auf Weltreise ist. Aber was denkt der
sich eigentlich? Leo stehen turbulente Tage bevor …

Warum hören?: Ein Hörspiel über Schweine und den Wert echter Freundschaft.

Wann und wo läufts?: Ab 08:00 Uhr auf Deutschlandfunk Kultur hier direkt hören

„No limits – Kampfsport der Freitaucher“ von Christine Werner (Feature)

Worum gehts?: Sie tauchen in die Tiefe, bis auf 170 Meter hinunter. Mit nur einem Atemzug, ohne Tauchgerät. „No limits“ heißt diese Disziplin der Freitaucher. Mit einem Schlitten sausen sie mit einer Geschwindigkeit von vier Metern pro Sekunde hinunter. Benjamin Franz wollte der „tiefste“ Mensch der Welt sein – als er wieder auftauchte, war eine Körperhälfte gelähmt. Er hatte noch Glück. Die Französin Audrey Mestre konnte nur noch tot geborgen werden …

Warum hören?: Über tauchen ohne Limit, neun Minuten Luft anhalten und die tiefsten Menschen der Welt.

Wann und wo läufts?: Ab 11:00 auf WDR5 hier direkt hören

„Brauch‘ ich nicht – Minimalismus als Lebensform“ von Regina Burbach (Feature)

Worum gehts?: 10.000 Dinge besitzt ein Durchschnittseuropäer. Minimalisten versuchen, mit einem Bruchteil davon auszukommen. Sie reduzieren radikal. Weniger Dinge, weniger Zwänge, behaupten sie. Mit wenigen Dingen reicht die kleinere Wohnung für weniger Miete. Bei weniger Miete entfällt der Zwang, einen Großteil des Einkommens dafür herzugeben, man braucht also weniger zu arbeiten. Und man ist mobil. Extrem-Minimalisten besitzen auch keine Möbel. Ihr Besitz passt in einen Koffer.

Warum hören?: Wie lebt es sich in fast leeren Räumen?

Wann und wo läufts?: Ab 14:00 Uhr auf SWR2 hier direkt hören

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.